Wie wird in einer Demokratie gewählt?

By | March 16, 2016

In einem echten demokratischen Staat darf jeder Bürger an der Wahl der Volksvertreter und der Regierung teilnehmen.
Eine demokratisch durchgeführte Wahl muss verschiedene Bedingungen erfüllen:
Sie muss allgemein sein, das bedeutet, dass jeder (ab einem bestimmten Alter) wählen darf, egal ob Mann oder Frau, schwarz oder weiß, arm oder reich. Lange Zeit war es selbst in demokratischen Staaten so, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen nicht wählen durften.
Die Wahl muss gleich sein, das heißt, dass jede abgegebene Stimme gleich viel zählt, ln früheren Zeiten war es häufig so, dass zum Beispiel die Stimmen der Reichen mehr zählten. ln Preußen etwa galt zwischen 1848 und 1918 ein Drei-Klassen-Wahlrecht: Die Bevölkerung war nach der Menge an Steuern, die jeder zahlte, in drei Gruppen eingeteilt, und die Stimmen der Reichen zählten viel mehr als die der Armen – die wenigen Reichen entsandten mehr Abgeordnete ins Parlament als die große Zahl von Ärmeren und konnten so ihre Interessen viel besser durchsetzen.
Die Wahl ist auch geheim: das muss auch so sein, denn jeder muss sich frei entscheiden können ohne Angst zu haben, dass er vielleicht Nachteile hat, wenn er eine bestimmte Partei wählt. Jeder Wähler geht mit seinem Stimmzettel – auf dem natürlich kein Name stehen darf – in eine kleine Kabine, wo er vor Sicht geschützt seinen Kandidaten ankreuzt. Dann steckt er den Wahlzettel in einen neutralen Umschlag, klebt ihn zu und wirft ihn in die Wahlurne. Dabei kontrollieren freiwillige Wahlhelfer, dass jeder tatsächlich nur einen Stimmzettel abgibt.
Nach Schließung der Wahllokale werden die Urnen geöffnet, unter Zeugen die Stimmen gezählt, die auf jeden Kandidaten und jede Partei entfallen, und das Ergebnis telefonisch an eine Zentrale gemeldet. Dort stehen Computer, die die Ergebnisse blitzschnell speichern und zusammenzählen. Schon nach Auszählung einiger Wahlkreise kann man heute „hochrechnen“, also das Endergebnis ungefähr vorausberechnen.
Ganz wichtig für eine Demokratie ist auch, dass jeder Bürger (ab einem bestimmten Alter) sich für alle politischen Ämter wählen lassen kann. So kannst du selbst dich später einmal zum Bundeskanzler oder zur Präsidentin wählen lassen.

In der DDR wurden alle Kandidaten von verschiedenen Parteien in einer Einheitsliste zusammengefasst. Man hatte lediglich die Möglichkeit der Liste zuzustimmen, das heißt also, mit „Ja“ zu antworten, oder die Liste abzulehnen. Alternative Wahlmöglichkeiten gab es nicht. Seit 1950 wurde der Einheitsliste bei jeder Wahl mit über 99 % zugestimmt. Im März 1990 wurde zum ersten Mal die Volkskammer (das Parlament) frei gewählt.
Das deutsche Wahlrecht ist im Grundgesetz festgehalten:
Art 38 Abs. 1 GG: Die Wahl ist allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim.

Vor allem die Frauen mussten erst dafür kämpfen, wählen zu dürfen. Auf dem Foto wird gerade eine Frau, die für das Frauenwahlrecht demonstriert, von der Polizei abgeführt.
In Deutschland gibt es das Frauenwahlrecht seit 1918 und in der Schweiz gibt es ein Bundeswahlrecht für Frauen erst seit 1971!

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