Welche Aufgaben erfüllen die Parteien?

By | March 16, 2016

Ein einzelner Bürger hat keine Chance, seine Wünsche und Vorstellungen durchzusetzen. Deshalb schließen sich politisch interessierte Bürger, die die gleichen Ideen und Ziele haben, zusammen und gründen Interessengruppen: die politischen Parteien.
Dadurch können sie gemeinsam für ihre Ziele werben und noch mehr Menschen für ihre Ideen gewinnen, um bei Wahlen noch mehr Stimmen zu bekommen. Sie stellen auch eine große Zahl von Kandidaten auf und machen sie mit Wahlplakaten, Fernsehspots und öffentlichen Wahlreden bekannt. Erhalten sie genügend Stimmen, werden ihre Kandidaten ins Parlament gewählt und setzen dort ihre Forderungen mit viel größerem Erfolg durch, als dies ein Einzelner tun könnte.
Es gibt in der Regel neben vielen kleinen, unbedeutenden nur einige große Parteien; sie spiegeln jeweils bestimmte Denkrichtungen und Interessen vieler Bürger wider. Ihre Ziele geben sie in ihrem Parteiprogramm öffentlich bekannt.
Manche Parteien vertreten eher die Interessen der ärmeren Bevölkerungsteile. Andere treten für die Interessen der Industrie und der Wohlhabenden ein. Und schließlich gibt es solche, denen ganz bestimmte Programme am Herzen liegen – etwa der Schutz der Umwelt oder die Durchsetzung des Kommunismus.
Die größte Partei (also die, die bei den Wahlen die meisten Stimmen bekommen hat) stellt in unseren Parlamenten jeweils die Regierung mit Regierungschef und Ministern. Eine Mehrheit im Parlament ist zum Regieren notwendig, damit die Regierungspartei ihre Ziele bei Abstimmungen durchsetzen kann. Manchmal hat keine der Parteien eine Mehrheit, dann tun sich zwei oder mehrere Parteien zusammen, um gemeinsam eine Mehrheit zu haben (dies nennt man dann Koalition). Die Parteien mit weniger Abgeordneten – die Opposition (das Wort kommt vom lateinischen Wort opponere = widersprechen) -kontrollieren die Politik der Regierung scharf und melden gegen manches Vorhaben auch Widerspruch an. Sie hoffen auf Fehler und Versäumnisse der Regierung, die sie dann lautstark bekanntmachen, und stellen deren Absichten eigene Pläne entgegen – in der Hoffnung, die Wähler von ihren Vorstellungen zu überzeugen und bei der nächsten Wahl selbst an die Regierung zu kommen. Gerade das ist ja einer der Vorteile der Demokratie -dass ein Machtwechsel ohne Gewalt, ohne Revolutionen, ohne Königsmorde möglich ist. Friedliche Reformen und Veränderungen der politischen Richtung sind in der Demokratie die Regel, sie ist eine sehr anpassungsfähige Herrschaftsform.

Wer sich mit anderen Menschen zusammentut, die die gleiche Meinung zu politischen Themen und Problemen haben, kann seine Ziele und Wünsche leichter durchsetzen.

Die Parteien werden meistens in „linke“ und „rechte“ Parteien eingeteilt. Das kommt ursprünglich von der Sitzordnung im Parlament. Die einen saßen ganz einfach links und die anderen rechts. Die „Linken“ sind meistens die ehemaligen Arbeiterparteien, die „Rechten“ die bürgerlich-konservativen. Oft werden den Parteien auch bestimmte Farben zugeordnet, wie zum Beispiel die „Roten“, die „Schwarzen“ oder die „Grünen“.

Die Namen vieler Parteien sind Abkürzungen von Wörtern, die die politische Überzeugung der jeweiligen Partei aus-drücken. So steht zum Beispiel das „C“ für „christlich“, das „D“ meistens für „demokratisch“ und das „S“ für „sozial“ oder „sozialistisch“.

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